Blutegeltherapie am Tier – ein wirksames Geduldspiel

In folgenden Gebieten in der Tiermedizin findet die Blutegeltherapie ihren Einsatz:
Allgemeine Gelenkserkrankungen, wie z.B. Arthritis, Arthrose, Spat, Podotrochlose (Hufrollenerkrankung), Schale. Sehnenentzündungen, akute Rehe, Hüftgelenksdysplasie bei Hunden, akute Discophathien, Spondylosen, Thrombosen, Furunkel/Karbunkel, Ödeme, alle Formen von Entzündungsprozessen, allgemeine Entgiftung.

Der schonende Aderlass wird in der Tiermedizin vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Bei schmerzhaften Athrosen der Hüfte oder des Schultergelenks verschaffen die Blutegel Schmerzlinderung und eine Entzündungshemmung. Aber auch in der Entzündungstherapie von Arthritiden und Tendovaginitiden (schmerzhafte Entzündung der Sehnenscheiden) leisten sie wertvolle Hilfe.

Ablauf:
Zunächst saugen sich Blutegel an der Haut von Mensch und Tier fest, um im nächsten Schritt zu stechen. Der Stich ist völlig schmerzlos, man verspürt lediglich ein ziehendes, manchmal ziependes Gefühl durch den Saugvorgang. Sie saugen Blut, bis sie gesättigt sind und rundum zufrieden von Ihrem Einsatzgebiet abfallen. Mit ihren Beißwerkzeugen durchdringen sie selbst dickes Rinderfell – wenn sie denn wollen…
Genau hierin liegt die Schwierigkeit.
Blutegel sind äußerst sensible Tiere. Sie sind wetterfühlig, geruchsempfindlich und spüren jegliche Art von Unruhe und Aufregung. Nicht jeder Blutegel beißt gerne durch Fell hindurch; rasiert man die Körperstelle, stören wohlmöglich die Stoppeln. Erschwerend hinzu kommt, dass sie wahre Ausbruchskünstler sind; wo sie können sind sie auch schon weg.
Wer nun glaubt, dass es sich bei einem Blutegel um einen bloßen Wurm handelt, der hat sich getäuscht. Das Wesen eines jenen Blutegels ist anders. Da gibt es den Vielfraß, den Gierigen, den Zappelphillip genauso wie den Schüchternen, den Verträumten bis hin zur Schlafmütze die beim Saugen vor lauter Genuss einschläft, wie ein Baby an der Brust seiner Mutter. Möchte man Tiere mit Blutegeln behandeln, hat man es mit zwei Lebewesen zu tun, die sich mit Argumenten von dem Unterfangen einer Blutegeltherapie nicht wirklich überzeugen lassen. An dieser Stelle hilft das Hinzuziehen eines Tierarztes, welcher das zu behandelnde Tier, wenn nötig, ruhigstellen kann. Die Blutegel können so ohne Störung eine geeignete Bissstelle suchen. Im Falle einer sich einstellenden Infektion, sollte der Tierarzt antibiotisch begleiten.


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