Ernährungsberatung aber bitte mit Köpfchen

Momentan sprießen sie aus dem Boden wie Pilze. Gemeint sind nicht die schnellen Diäten in Boulevard-Blättern. Diese Art der Ernährung zur schnellen Gewichtsreduktion blüht in der Tat, besonders im Frühjahr eines jeden Jahres, wieder auf. Allerdings scheint sich unter Betroffenen bereits herumgesprochen zu haben, dass kurzfristige Crash Diäten den Jojo-Effekt fördern und die Waage letzten Endes mehr anzeigt als zuvor. 

Gemeint sind vielmehr ‚Trendprogramme’ hin zu einer Eiweiß betonten Kostform; weg von den Kohlenhydraten, die die Bauchspeicheldrüse belasten und den Blutzucker ansteigen lassen. Zusammengefasst sind die Anweisungen für den Patienten dann meist in Form eines Ernährungsplans, manchmal auf der Basis eines Blutbildes. Das klingt zunächst einmal solide.

Betrachten wir diese Entwicklung von einer anderen Seite:
Die Ernährungswissenschaft bestätigt zunächst, dass eine Eiweiß betonte Kost zu Gewichtsverlust führt. Wie sich allerdings die erhöhten Eiweißmengen langfristig auf den jeweiligen Organismus auswirken, weiß derzeit noch niemand. Hierzu muss nicht einmal die alte Diskussion der ‚Übersäuerung’ zwischen Medizin und Naturheilkunde bemüht werden. Solange es noch keine wissenschaftlichenErkenntnisse über die Verträglichkeit dieserErnährungsform gibt, sollte sie nicht als‚alltagstauglich’ und auf jeden Patienten anwendbar angesehen werden. 

Die heute ausgehändigten Ernährungspläne sind bunt, mit einer tollen Aufmachung; dick durch die Anzahl der Seiten, so dass sich dem Patienten ein gutes Gefühl vermittelt. Der Betroffene erhält eine Einweisung in den tollen, bunten Leitfaden, evtl. noch eine weitere Unterweisung. Danach ist der Patient häufig auf sich selbst gestellt.

Aber Ernährungsberatung ist mehr! 
Es ist die nachhaltige, langfristige Beratung und das Begleiten des Rat suchenden, an der es häufig fehlt. Beratung beinhaltet obendrein, dass der jeweilige Therapeut auch mit den behandelnden Ärzten Rücksprache hält.  Der Begleitende sollte imstande sein, sich ein umfassendes Bild von der gesundheitlichen und familiären Situation des Patienten machen zu können. 

Ein etwas anderes Resumée
Erinnern Sie sich an Ihren Chemieunterricht?
Bis auf ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend wahrscheinlich an nichts Spezielles. Wir alle erinnern uns noch grob an den Aufbau von Materie; wir wissen, dass unser Körper aus Atomen und Molekülen zu größeren Einheiten, den Zellen und Organen aufgebaut ist. Mit dieser Sichtweise bekommt man ein Gefühl für die Komplexität eines Lebewesens. Was heute leider allzu häufig übersehen wird, ist die sich daraus ergebende Individualität eines Menschen. 

Aus dieser Betrachtung heraus sind Ihre Kinder Ihnen zwar ähnlich und doch nicht identisch. Das Medikament, welches Ihr Nachbar verträgt, vertragen Sie gar nicht. Und wie steht es mit der Ernährung? Es liegt in der Natur des Menschen, den Weg zu wählen, der (scheinbar) schnell und mit relativ wenig Aufwand gegangen werden kann. Die 'Umstellung der Ernährung' ist allerdings immer ein Prozess, der seine Zeit dauert und zudem noch von dem jeweiligen Menschen und seinem Stoffwechsel (Genetik/Veranlagung) abhängt. Es ist nur schwer denkbar, dass die Lösung in einem Schema besteht, welches auf uns alle anwendbar ist. 

Die Lösung ist eher in der Individualität zu suchen und lässt sich wohl nur schwer auf einige wenige Seiten Papier zusammenfassen. 


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