Johanniskraut - ein Lichtbringer in dunklen Zeiten

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), ist eine Pflanze aus der Familie der Hypericaceae . Volkstümlich wird es auch als Herrgottsblut bezeichnet. Schon die Germanen verehrten das Johanniskraut als Lichtbringer und Symbol für die Sonne. Geerntet wurde es zur Sommersonnenwende am 21. Juni; zu Sonnenwendfeiern trugen Frauen und Mädchen Kränze aus Johanniskraut. Der englische Name ‚St. John's wort‘ oder der spanische Name ‚hierba de San Juan‘ beziehen sich wie auch der deutsche Name auf diesen Zeitpunkt, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum blüht. Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Heute wird es als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe eingesetzt. Äußerlich werden ölige Zubereitungen angewendet. Die Pflanze wurde im Herbst 2014 von Wissenschaftlern der Universität Würzburg (‚Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde‘) mit Verweis auf das große medizinische Potenzial zur ‚Arzneipflanze des Jahres 2015‘ gewählt.

Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen
Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. ‚Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter.‘ Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen in Studien bestätigt.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde führt den Einsatz von Johanniskraut als Möglichkeit eines ersten Therapieversuchs bei einer leichten bis mittelschweren Depression als Empfehlung an. Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist allerdings umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit belegen, als auch solche, die keine Überlegenheit gegenüber dem Placebo zeigen. Eine aktuelle Metaanalyse schließt: Die Wirkung von Johanniskraut sei noch am besten bei milder oder mittelgradiger Depression nachgewiesen, habe aber durchaus auch ein Nebenwirkungspotenzial (s.u.).


Johanniskraut in der Naturheilkunde
Johanniskraut ist eine Nerven stabilisierende Heilpflanze. Die Heilwirkung greift sowohl auf der seelischen als auch auf der körperlichen Ebene. Sie hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung bei allen psychovegetativen Störungen gewonnen; zudem auch bei Depressionen und bei Antriebsmangel. Sie vermag nervöse Unruhe und Schlafstörungen auszugleichen. Einer der wichtigsten Wirkstoffe des Johanniskrautes ist das Hypericin. In der Homöopathie findet sich somit ein Mittel mit dem Namen Hypericum, welches bei Nervosität bis hin zu Nervenreizungen/-verletzungen seine Anwendung findet. Johanniskraut-Rotöl wird gerne zur Massage verwendet und soll auch hier positiv auf die Nerven wirken. Häufig findet Johanniskraut auch bei Neuralgien aller Art erfolgreich Anwendung. So kommt auch der Ausspruch zustande, dass ‚Hypericum das Arnica der Nerven sei‘. Phytotherapeutisch (als Pflanzenwirkstoff) wirkt es Stimmung aufhellend (bitte Nebenwirkungen beachten!).

Nebenwirkungen
Es wurde festgestellt, dass Johanniskraut zu einem verstärkten Abbau von anderen pharmakologischen Wirkstoffen führt. Deshalb wurde das zuvor frei erhältliche Johanniskraut 2003 der Apothekenpflicht unterstellt. Ausgenommen von der Apothekenpflicht sind Zubereitungen, die in einer Tagesdosis bis zu 1 g Drogenäquivalent und bis zu 1 mg Hyperforin enthalten, Tee und zur äußeren Anwendung bestimmter Frischpflanzensaft oder ölige Zubereitungen (Rotöl). So kann Johanneskraut auch die Wirkung der Antibabypille senken! Zudem erhöht Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit unserer Haut. Daher sollten wir direktes Sonnenlicht bei Einnahme von Johanniskraut meiden. Bevor Sie sich also für die Einnahme von Johanniskraut entscheiden, ziehen Sie bitte Ihren Apotheker zu Rate.


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