Der diabetische Fuß – Prävention und Therapie

Das Diabetische Fußsyndrom (DFS), umgangssprachlich auch ‚diabetischer Fuß‘, tritt am häufigsten bei Patienten mit Diabetes Typ 2 auf. Der diabetische Fuß führt jährlich in Deutschland zu etwa 40.000 Amputationen (2/3 aller Amputationen).

Chronische Wunden und Entzündungen an Füßen von Diabetikern stellen eine gefürchtete Komplikation des Diabetes mellitus dar. Etwa 25% aller Diabetiker erleiden im Laufe ihres Lebens ein Fußulcus (offene Wunde am Fuß). Unter optimaler Therapie mit gezieltem Einsatz der heute verfügbaren Therapiemöglichkeiten (wirkungsvolle Entlastung, Verbesserung der Durchblutung, strukturierte Wundbehandlung u.a.) kann in einem sehr hohen Prozentsatz eine Abheilung erzielt werden.

Da 80 - 90% der Ulcera eine Verletzung vorausgeht, spielt neben einer idealen Therapie bestehender Wunden die Vorbeugung undNachsorge eine entscheidende Bedeutung. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit von Diabetologen, Chirurgen, Angiologen, Radiologen und nicht zuletzt von Orthopädieschuhmachern und Fußpflegern (Podologen) voraus. Die Therapie besteht hierbei aus mehreren Teilen:
• Behandlung der Wunde (regelmäßige Spülung mit isotonischer Kochsalzlösung oder Schleimhaut-Antiseptikum, Wundverband und Polsterung, regelmäßige Entfernung von Belägen und Hyperkeratosen)
• Ruhigstellung (am besten strenge Bettruhe)
• Schutz des Fußes durch spezielle, orthopädische Verbandschuhe
• Therapie der Wundinfektion (antiobiotische Behandlung)
• Einstellung des Diabetes mellitus

Neue Therapiemethoden
Zur Ergänzung der oben genannten konventionellen Wundbehandlungen werden stetig neue Therapiemethoden erforscht. Ziel ist es, die hohe Amputationsrate zu reduzieren. Hierzu gehören die:
• Stoßwellentherapie
• Behandlung mit Wachstumsfaktoren
• Vacuumtherapie (Vac Instill)
• Stammzelltherapie
• Plasmastrahlbehandlung

Jedoch sind viele der neuen Therapieansätze teuer und bleiben oftmals spezialisierten Zentren vorbehalten.
Daraus folgend kommt der Prophylaxe, also der Vorbeugung des DFS eine verstärkte Bedeutung zu. Fazit: Vorbeugung betreiben liegt in der Hand eines jeden einzelnen! Hierzu gehört vorrangig ein medikamentös optimal eingestellter Diabetes mellitus, eine sachkundige Fußpflege und individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasstes Schuhwerk. Komplentärmedizinisch lassen sich Durchblutungsstörungen recht unkompliziert, von einem selbst zu Hause vorbeugen und behandeln.


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