Rheuma und Ernährung

Was bedeutet antientzündliche Ernährung? Gerade in diesem Moment, in dem dieser Artikel entsteht, bringt die Margarineindustrie einen neuen Werbespot über die positive Wirkung von ‚Fetten’ in das Fernsehen. „Wie: Fette sind gut? Ich dachte Fette sind schlecht und führen zu Übergewicht.“ Die Auffassung, dass Fette grundsätzlich falsch sind, kann man so nicht stehen lassen. Wie immer ist es (leider) sehr viel komplizierter! Betrachten wir ‚die Fette’ etwas genauer:

1. Fette sind Träger von Kalorien und führen bei vermehrtem Verzehr und geringem Umsatz (Bewegung, Sport etc.) zu Gewichtsproblemen.

2. Es gibt Fette (Fettsäuren), die für unseren Körper lebensnotwendig sind und die dieser selbst nicht herstellen kann.
Es handelt sich um die ungesättigten Fettsäuren in Rapsöl, Olivenöl, Leinöl und in Fettfischen wie Lachs, Makrele und Hering (Stichwort Ω 3 und Ω 6), die in unserer heutigen Ernährung meist zu wenig aufgenommen werden.

3. Gerade aber ein Teil dieser ungesättigten Fettsäuren ist es, der Entzündungen im Körper begünstigt. Es handelt sich um einen Teil Ω 6 Fettsäuren, welche im Körper zu Stoffen umgewandelt werden, die (wenn die Veranlagung besteht)
zu entzündlichen Reaktionen anfachen können.

Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie z. B. der primärchronischen-Polyarthritis (im Volksmund ‚Rheuma’) und der Multiplen Sklerose sollte eine ganz individuelle auf den Patienten zugeschnittene Kostform, nämlich eine ‚antientzündliche Ernährung’, in weitere Therapiekonzepte mit einbezogen werden. Es ist an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass Ernährung in diesen Fällen keine Heilung erzielt. Allerdings besteht die Möglichkeit, chronische Verlaufsformen von Erkrankungen zu lindern und die Wirkung von Medikamenten zu verbessern. Betroffene sollten sich bei Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen einer Ernährungsberatung informieren, ob die Umstellung der Ernährung für Sie sinnvoll sein kann. 


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